2  Aktivitäten und Kompetenzen

Das Internet ist eine wichtige Ressource mit viel positivem Potential. Je häufiger und je vielfältiger Kinder und Jugendliche das Internet nutzen, desto eher können sie das positive Potenzial für sich entdecken und nutzen. Mit der zunehmenden Nutzung steigt auch die Wahrscheinlichkeit, auf Risiken zu stossen. Die Grenze zwischen Risiken und Chancen ist dabei nicht immer leicht zu ziehen, denn die meisten Tätigkeiten bergen Potenzial für beides.

2.1 Geräte

Das Handy ist das meistverwendete Gerät, um das Internet zu nutzen; 41% der Befragten gehen mehrmals pro Tag damit online. Ergänzt wird das Handy durch eine breite Palette an anderen Geräten: So nutzen 46% der Befragten mindestens einmal pro Woche den Computer/Laptop, um ins Internet zu gehen, 42% das Tablet und ein Drittel (35%) eine Spielkonsole. Die Internetnutzung erfolgt somit über verschiedene Geräte, die alle regelmässig zum Einsatz kommen.

Abbildung 2.1: Geräte zur Internetnutzung
Antworten in % aller Befragten auf die Frage: Wie oft warst du in den letzten 12 Monaten mit den folgenden Geräten online/im Internet?

2.2 Aktivitäten

Die Tabelle 2.1 zeigt einen Überblick aller abgefragten Aktivitäten. Die Daten sind zusätzlich nach Alters- und Geschlechtergruppen gegliedert. Dabei sind diejenigen Zellen dunkler eingefärbt, in denen sich höhere Werte befinden. Je dunkler eine Zelle ist, desto höher ist damit der Anteil der Befragten, der die betreffende Aktivität mindestens wöchentlich ausführt.

Am häufigsten wird das Internet zur Unterhaltung genutzt. Musikhören (80%), soziale Medien nutzen (73%), Videos streamen (63%) und Online-Games spielen (58%) sind dabei die wichtigsten Aktivitäten. Online-Games sind nach wie vor bei den Jungen (73%) etwas beliebter als bei den Mädchen (43%).

Auch für das Erledigen von Schularbeiten ist das Internet ein wichtiges Werkzeug. Bereits 23% der 9/10-Jährigen nutzen das Internet mindestens einmal pro Woche dafür. Erwartungsgemäss steigt dieser Wert mit zunehmendem Alter an. Bei den 15/16-Jährigen geben 82% an, das Internet regelmässig für Schularbeiten zu nutzen. Ganz allgemein ist das Internet ein wichtiger Lernort. 50% der Befragten nutzen es, um Neues zu lernen (z.B. durch das Anschauen von Tutorials). Bereits bei den 9/10-Jährigen ist dies bei über einem Viertel (29%) eine wichtige Funktion, die sie mindestens einmal pro Woche nutzen. Die Bedeutung des Internets als Lernort steigt mit dem Alter zunehmend an. Bei den 15/16-Jährigen sind es dann fast zwei Drittel (65%), die das Internet regelmässig dafür nutzen.

Das Internet wird auch verwendet, um sich zu informieren. Am häufigsten über das Weltgeschehen (35%), wobei Jungen (40%) dies etwas häufiger tun als Mädchen (31%). Auch für Informationen zu den Themen körperliche und psychische Gesundheit wird das Internet genutzt. Am häufigsten von den 15/16-Jährigen, von denen 27% mindestens einmal pro Woche nach Informationen über die körperliche Gesundheit und 16% über die psychische Gesundheit suchen.

19% der Befragten geben an, selber digitale Inhalte wie Musik, Videos und Bilder zu erstellen. Bemerkenswert ist, dass sich dieser Anteil über die Altersgruppen hinweg kaum verändert. Er beträgt bereits bei den 9/10-Jährigen 16% und nimmt mit steigendem Alter nicht nennenswert zu.

Vergleichsweise wenige der Befragten machen Gebrauch vom Internet, um sich an Diskussionen oder Kampagnen/Protesten zu beteiligen. Das Internet bietet jedoch auch diese Möglichkeit, die von einem kleinen Teil der Befragten genutzt wird.

Tabelle 2.1: Aktivitäten mit digitalen Medien und im Internet
Inhalte konsumieren, Spielen und um etwas zu lernen sind die häufigsten Tätigkeiten im online / im Internet
Antworten in % der Gruppen, die eine Tätigkeit mindestens einmal pro Woche ausgeführt haben.
alle 9-10 11-12 13-14 15-16 Mädchen Jungen
Ich habe online/im Internet Musik gehört (z. B. auf Spotify oder YouTube).
80%
58 79 89 93 83 76
Ich habe mir Videos in den sozialen Medien angeschaut (z. B. Instagram, TikTok, YouTube …).
73%
42 68 87 97 70 77
Ich habe TV-Sendungen oder Filme auf einer Streaming-Plattform oder YouTube gesehen.
63%
41 57 75 79 59 67
Ich habe Online-Spiele gespielt (allein oder mit anderen).
58%
45 58 69 61 43 73
Ich war wegen Schularbeiten online/im Internet.
55%
23 42 74 82 57 53
Ich war online/im Internet, um etwas Neues zu lernen oder etwas zu üben, was ich gerade am Lernen war (z.B. durch das Anschauen von Tutorials).
50%
29 46 60 65 52 48
Ich suchte nach Nachrichten oder Informationen online/im Internet über das, was in der Welt gerade passiert.
35%
15 27 44 56 31 40
Ich habe nach Dingen gesucht, die ich in meiner Gegend tun könnte.
20%
13 20 25 24 18 23
Ich habe selbst digitale Inhalte erstellt und bearbeitet (z. B. Musik, Videos, GIFs, Memes …).
19%
16 17 21 21 17 20
Ich habe nach Informationen über körperliche Gesundheit, Verletzungen oder medizinische Behandlungen gesucht.
14%
5 10 15 27 15 14
Ich suchte nach Informationen über psychische Gesundheit, psychische Schwierigkeiten oder Wohlbefinden.
9%
4 6 7 16 11 7
Ich habe an einer öffentlichen Online-Diskussion über etwas teilgenommen, das mir wichtig ist (z.B. psychische Gesundheit, die Klimakrise ...).
4%
2 4 4 5 2 6
Ich habe mich online/im Internet an einer Kampagne oder einem Protest oder einer Online-Unterschriftensammlung beteiligt.
2%
1 3 1 4 1 3
Alle und Altersgruppen n = 1390, Geschlechtergruppen n = 1349.

2.3 Digitale Kompetenzen

Digitale Kompetenzen haben zwei Funktionen. Zum einen sollen sie Kinder und Jugendliche dabei unterstützen, Risiken zu minimieren und kompetent mit Risiken umzugehen. Zum anderen sollen digitale Kompetenzen es einem ermöglichen, sich die zahlreichen positiven Aspekte des Internets zunutze zu machen. Ein Teil dieser Kompetenzen lässt sich bereits aus den oben aufgeführten Tätigkeiten ableiten. Eine detaillierte Übersicht der Kompetenzen findet sich in Tabelle 2.2.

Am kompetentesten fühlen sich die befragten Schülerinnen und Schüler beim Schutz der eigenen Daten. 50% geben an, dass sie wissen, welche Bilder und Informationen von sich selbst sie im Internet teilen können und welche nicht. Ebenfalls wissen viele, wie man Dateien in der Cloud speichert (43%). Diese beiden Kompetenzen sind die einzigen, die signifikant mehr als die Hälfte der 15/16-Jährigen besitzt. Obwohl mit zunehmendem Alter ein grösserer Anteil der Befragten alle der untersuchten Kompetenzen erreicht, sind es bei fünf der acht untersuchten Kompetenzen weniger als die Hälfte der 15/16-Jährigen, die angibt sich darin sicher zu sein.

37% der Befragten geben an zu wissen, wie man überprüft, ob Informationen im Internet wahr sind. Obwohl auch dieser Anteil mit zunehmendem Alter zunimmt, gibt nur rund die Hälfte (53%) der 15/16-Jährigen an, diese Kompetenz zu besitzen. Noch schwieriger als das Einschätzen von Informationen fällt den Befragten die Beurteilung von Quellen. Nur 14% aller Befragten geben an zu wissen, wie man die Vertrauenswürdigkeit einer Internetseite prüft. Auch bei den 15/16-Jährigen liegt dieser Anteil mit 21% auf einem niedrigen Niveau.

Tabelle 2.2: Kompetenzen im Umgang mit digitalen Medien
Datenschutzkompetenz am höchsten ausgeprägt. Glaubwürdigkeit von Informationen grösste Herausforderung
Antworten in % der Gruppen, die trifft eher zu oder trifft voll und ganz zu als Antwort gegeben haben.
alle 9-10 11-12 13-14 15-16 Mädchen Jungen
Ich weiss, welche Bilder und Informationen ich von mir online/im Internet teilen kann und welche nicht.
50%
14 44 68 75 51 50
Ich weiss, wie man Fotos, Dokumente oder andere Dateien in der Cloud speichert (z.B. Dropbox, Google Drive, iCloud, OneDrive, Teams …)
43%
13 32 56 70 39 47
Ich weiss, wie man überprüft, ob die Informationen, die ich online/im Internet finde, wahr sind
37%
11 35 51 53 32 42
Ich weiss, wie man privates Surfen nutzt (z.B. Inkognito-Modus)
27%
8 19 35 47 19 34
Ich weiss, wie man digitale Bilder, Musik und Videos bearbeitet.
23%
7 22 26 36 19 26
Ich weiss, wie ich verschiedene digitale Medien (z.B. Fotos, Musik, Videos, GIFs) kombinieren und etwas Neues erstellen kann.
19%
4 18 22 31 16 21
Ich weiss, wie ich sicherstellen kann, dass viele Leute sehen, was ich online/ins Internet stelle.
15%
5 12 20 22 12 17
Ich weiss, wie man herausfindet, ob man einer Website vertrauen kann
14%
4 12 18 21 8 19
Alle und Altersgruppen n = 1390, Geschlechtergruppen n = 1349.