| Übersicht aller Risiken der Internetnutzung | |||||||
| Antworten in % der Gruppen | |||||||
| alle | 9-10 | 11-12 | 13-14 | 15-16 | Mädchen | Jungen | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Hatespeech gesehen |
31%
|
2 | 18 | 44 | 61 | 35 | 29 |
| Problematische nutzergenerierte Inhalte gesehen |
31%
|
2 | 17 | 42 | 63 | 32 | 30 |
| Sexuelle Darstellungen (Fotos, Videos oder Bilder) gesehen |
24%
|
5 | 14 | 25 | 51 | 20 | 28 |
| Informationen über sich veröffentlicht, sodass sie von Leuten gesehen werden können, die man noch nie vorher getroffen hat |
21%
|
7 | 10 | 26 | 40 | 21 | 21 |
| In sozialen Medien ein Foto/Video an jemandne Geschickt, den man noch nie von Angesicht zu Angesicht getroffen hat |
15%
|
0 | 0 | 14 | 17 | 17 | 13 |
| Sexuelle Nachrichten erhalten |
13%
|
4 | 9 | 16 | 25 | 14 | 11 |
| Informationen über andere (z.B. Fotos/Videos) geteilt, ohne vorher um Erlaubnis zu bitten |
13%
|
8 | 9 | 13 | 23 | 12 | 15 |
| Nach sexuellen Informationen gefragt |
11%
|
- | 6 | 8 | 20 | 14 | 8 |
| Zu viel Geld für In-App-Käufe oder Online-Spiele ausgegeben |
9%
|
4 | 9 | 12 | 12 | 4 | 15 |
| Cybermobbing erlebt (unangenehmes, böses, fieses Verhalten) |
7%
|
2 | 9 | 10 | 8 | 7 | 7 |
| Übermässige Nutzung (3 oder mehr negative Folgen) |
6%
|
- | 3 | 8 | 10 | 8 | 7 |
| Im Internet um Geld betrogen worden |
2%
|
0 | 2 | 1 | 4 | 1 | 3 |
| Details und n sind in den jeweiligen Kapiteln in diesem Bericht aufgeführt | |||||||
3 Risikoreiche Internetnutzung
Der Kontakt mit Risiken und der Umgang damit sind ein komplexer Gegenstand. Zum einen können Risiken in grossen Studien mit Fragebögen nur schriftlich abgefragt werden. Die Art der Risiken wird von Erwachsenen definiert; was damit gemeint sein könnte, interpretieren die Kinder und Jugendlichen beim Beantworten des Fragebogens. Um mögliche Abweichungen und Missverständnisse zu minimieren, wurde der Fragebogen im Vorfeld mit Kindern und Jugendlichen getestet. Unklarheiten bei den Fragen wurden basierend auf ihrem Feedback aufgenommen und die Formulierungen im Fragebogen entsprechend angepasst.
Trotzdem besteht bei einigen Risiken ein gewisser Spielraum bei der Interpretation der Ereignisse. Zum Beispiel würden wohl alle Befragten sehr gemeine wiederholte Verhaltensweisen im Internet als Cybermobbing einstufen. Daneben mag es aber Verhaltensweisen an der Grenze zum Gemeinen geben, die bestimmte Kinder als Cybermobbing berichten, andere aber nicht.
Ebenso ist die Reaktion auf den Kontakt mit Risiken individuell. Denn der Kontakt mit Risiken führt nicht zwangsläufig zu einer negativen Erfahrung. So haben zwar 31% aller Befragten Hassreden im Internet gesehen, aber nur 45% von ihnen hat dies gestört, während 28% nichts Bestimmtes dabei gefühlt haben. Das bedeutet nicht, dass dem Thema deshalb weniger Beachtung geschenkt werden sollte. Hassrede kann möglicherweise illegal sein und auch Kinder, die mit Hassrede keine Probleme hatten, könnten durchaus einmal auf Inhalte treffen, die sie stören. Es bedeutet aber, dass Risiken und die Erfahrung im Umgang mit Risiken immer individuell geprägt sind.
3.1 Übersicht über alle Risiken
Die Tabelle 3.1 zeigt einen Überblick über alle untersuchten Risiken und deren Vorkommen bei den Alters- und Geschlechtergruppen. Weitere Daten und Details zu den einzelnen Risiken sind in den nachfolgenden Kapiteln zu finden.
Zu den verbreitetsten Risiken gehören der Kontakt mit Hatespeech und problematischen nutzergenerierten Inhalten (31% der Befragten sind davon betroffen). Danach folgt der Kontakt mit sexuellen Darstellungen (24%) und das Veröffentlichen von persönlichen Informationen (21%). Bei den meisten Risiken nimmt der Anteil Betroffener mit dem Alter zu, wodurch die 15/16-Jährigen am häufigsten mit den abgefragten Risiken in Kontakt kommen. Bei einzelnen Risiken verändert sich der Anteil der Betroffenen über die Altersgruppen hinweg jedoch nur geringfügig. Zum Beispiel schwankt der Anteil der Kinder und Jugendlichen, die zu viel Geld für In-App-Käufe ausgegeben haben, ab 12/13 Jahren um etwa 10%. Der Anteil jener, die von Cybermobbing betroffen sind, ebenfalls.
Bei den meisten Risiken fallen die Unterschiede zwischen den Mädchen und den Jungen klein aus. Am deutlichsten unterscheiden sie sich jedoch bei übermässigen Ausgaben für In-App-Käufe oder Online-Spiele. Davon berichten nur 4% der Mädchen, aber 15% der Jungen. Ebenfalls einen Unterschied gibt es beim Kontakt mit sexuellen Darstellungen, von welchen Jungen (28%) häufiger berichten als Mädchen (20%).
Kinder und Jugendliche haben auch eigene Vorstellungen davon, zu welchen Themen sie ihre Kompetenzen ausbauen wollen. Für sie stehen die Themen Fake News, Datenschutz, Mobbing und die hohe Nutzungszeit im Vordergrund (siehe Kapitel 4.4).